reflections

Fazit Woche 7

Freitags ist mein Wiegetag. Und nach einem Stillstand letzte Woche kann ich wieder eine Abnahme verzeichnen. Leider nicht so viel, wie ich gehofft hatte. Aber immerhin: 1,3 kg.
Ich bin im Rahmen. Ich glaube, ich bin ein wenig enttäuscht, weil ich Montag schon einmal kurz auf der Waage war und gespinkst habe. Und da war ich schon beim gleichen Gewicht. Also ist die letzten Tage nichts mehr passiert.

Aber gut. Ich mache mir das jetzt nicht schlecht. 1,3 kg! Yay! Gesamt: 6,3 kg in 7 Wochen

Eine schwierige Erkenntnis diese Woche: Viele meiner Freundschaften sind extrem stark mit Essen verknüpft. Während ich also wenn ich alleine bin ziemlich wenig Probleme habe, mich vernünftig zu ernähren, muss ich sehr aufpassen, wenn ich mich mit bestimmten Freunden treffe. Am deutlichsten fällt mir das bei einem sehr guten Freund auf, der selber mit sehr viel überflüssigem Gewicht durch die Gegend läuft. Sehr sehr viel. Unsere Freundschaft dreht sich immer irgendwie ums Essen. Wir gehen essen, wir bestellen, ich koche. Als ich darüber mit meiner Mutter sprach, sagte sie, dass das schon immer so war bei uns. Also seit 16 Jahren. Junk Food in immensen Mengen.
Ein Binge-Eating-Partner. Vielleicht, um es vor sich selbst zu legitimisieren. Und so merke ich auch, dass so ein Essanfall, wenn ich allein war, mich niederschmettert und einen faden Geschmack hinterlässt. Mit ihm hingegen fällt das weg. Vor ihm muss ich mich nicht schämen und die Fressorgie bekommt das Deckmäntelchen von Genuss und sich-mal-was-gönnen.
Wie ich damit umgehen soll in Zukunft, das weiß ich allerdings noch nicht so genau.
Es wissen bisher nur 3 Menschen aus meiner Umgebung von meiner Challenge, bzw davon, dass ich wieder mit WW angefangen habe. Und er gehört nicht dazu.
Nicht, weil ich mir das Hintertürchen der Völlerei offen halten will.
Die Entscheidung, mit nur wenigen Leuten darüber zu sprechen war eine andere:
Ich bin jemand, der viel redet. Ich bin jemand, der vieles ZERredet. Das will ich dieses mal nicht. Ich will die Energie nicht ins Reden und Fantasieren stecken. Ich will sie in mich investieren. Das ist der eine Grund. Der andere ist, dass ich nicht dauernd gefragt werden will. Und ich möchte mir keine halbherzigen Tipps und hohlen (Motivations-) Phrasen anhören müssen. Und ich will mich nicht rechtfertigen.
Die drei Menschen, die ich ins Vertrauen gezogen habe, habe ich mit Bedacht gewählt. Meine Mutter, weil ich ihre Unterstützung in vielen Dingen brauche. Sie war die erste und über 4 Wochen auch die Einzige. Sie hat sich mir spontan angeschlossen und weightwatchert nun mit, um ihre (nur wenigen) überflüssigen Kilos los zu werden.
Vor kurzem sind dann noch mein bester Freund und meine Kindergartenfreundin dazu gekommen. Er, weil er so herrlich unaufgeregt ist. Für ihn ist die ganze Sache eher irrelevant. Er freut sich mit mir, wenn es gut geht. Aber wenn es mal nicht gut geht, muss ich mir von ihm keinen Blödsinn anhören.
Und meine Kindergartenfreundin, weil wir seit 30 Jahren eigentlich über alles sprechen und sie mich verstehen kann, weil sie selber über 60 Kg abgenommen hat. Sie sieht die Dinge also auch im richtigen Licht.

Aber ich schweife ab. Was ich damit sagen will: Mit diesen drei Menschen kann ich über das Thema reden. Mit besagtem Freund nicht. Er kann oder will sich nicht mit dem Thema Übergewicht auseinander setzen. Das Thema ist tabu.
Nun kann man Menschen nicht ändern nur sich selbst. Treffen mit ihm werden eine Herausforderung sein in der nächsten Zeit. So ein lange trainertes Muster in einer Freundschaft zu verändern (vor allem wenn einer nicht will, dass es sich ändert), ist glaube ich gar nicht so leicht.

Und jetzt: auf in die nächste Woche

3.5.13 09:26, kommentieren

Die Sache mit der Ernährung

Zu meiner Challenge gehört nicht nur die Abnahme, egal wie.
Sondern für mich gehört dazu, gut mit mir umzugehen.
Ich möchte mich gut fühlen. Ich möchte mich gesund fühlen. Ich möchte fit werden.

Also setze ich mich seit ein paar Wochen wirklich auch sehr mit meiner Ernährung auseinander. WW ist eine gute Unterstützung. Aber es bietet einem eben nicht alles. Man muss auch anfangen selber zu denken und sich mit dem auseinander zu setzen, was man so in sich reinschaufelt.

Rückblickend kann ich auf jeden Fall schon mal sagen, dass ich mich nicht erinnern kann, wann ich mich das letzte Mal in meinem Leben 6 Wochen am Stück so gesund und ausgewogen und lecker ernährt habe. Eben: ernährt. Nicht nur gegessen.

Bevor ich vor knapp 7 Wochen angefangen habe, sah meine Ernährung eher so aus:
Ich bin einkaufen gegangen ohne Sinn und Verstand, wann immer ich Lust hatte. Ich habe mich meistens für eine ganze Weile auf ein paar wenige Lebensmittel eingeschossen, die ich dann immer gegessen habe. Zuletzt war das vor allem TK-Thunfischpizza mit viel, viel Extra-Gouda. Alibimäßig habe ich auch mal das ein oder andere extra gekauft wie ein wenig Obst und Gemüse. Meistens ist das aber ein paar Tage später vergammelt in den Müll gewandert.
Im Schnitt bin ich alle 1-2 Tage zum Supermarkt. Habe ca 20 Euro ausgegeben (fragt mich nicht wofür). Meine Problemzonen essenstechnisch waren vor allem:
*alles musste mit Käse überbacken sein. Nur überbackenes Essen war gutes Essen.
*jeden Tag mussten es schöne weiche, helle Weißmehlbrötchen sein mit sehr sehr viel Butter und Aufschnitt. (in Binge-Eating-Anfällen konnten das auch mal 6-7 Brötchen am Stück sein)
*und natürlich Süßigkeiten. Bei jedem Einkauf wanderte mindestens 1 Tüte Weingummi erst in den Wagen und dann meist innerhalb 1 Stunde in meinen Magen. Ganz zu schweigen von Schokoriegeln und Eis.

Dieses ganze Verhalten ist sehr teuer. Für den Geldbeutel und für meine Gesundheit.

In den letzten Wochen hat sich also nicht nur mein Essverhalten geändert, sondern auch mein Einkaufsverhalten. Denn mit dem Einkauf fängt es an.

Jetzt plane ich freitags immer meine Woche. Ich weiß in etwa, an welchen Tagen ich zu Hause sein werde. Ich plane also Frühstück, Hauptmahlzeiten und kleinere Mahlzeiten und mache mir eine Einkaufsliste. Und dann wird für die komplette Woche eingekauft. An allen anderen Tagen ist der Supermarkt für mich tabu. Keine Impulskäufe, kein planloses kaufen und wegschmeißen.
Ich muss gestehen, ich übe noch. Aber es wird von Woche zu Woche besser! Gut für mich, gut für den Geldbeutel.

Was komplett vom Einkaufszettel geflogen ist, sind Fertig-Produkte. Ich koche alles frisch. Das braucht auch nicht mehr Zeit. Wirklich!
Brot wird auch nicht mehr gekauft. Das backe ich selber. So weiß ich, was drin ist. Und es spart auch noch mal bares Geld.

Und hier ein paar Erkenntnisse der letzten Wochen:
*Parmesan ist ein guter Gouda-Ersatz und es reicht wirklich sehr sehr wenig um mich zufrieden zu stimmen (jetzt wo ich alles frisch koche, muss ich den Geschmack auch nicht mehr mit Käse pushen oder überdecken)
*es muss nicht immer 2-Finger-dick Butter sein. Ich komme plötzlich mit einem Paket Butter 5 Wochen aus. Und erstaunlicherweise fehlt sie mir nicht.
*Weingummi in kleinen Portionstütchen sind perfekt für mich. So habe ich im Blick, wie viel ich gegessen habe und esse nicht alles auf einmal. So hält eine Tüte mittlerweile gute 2 Wochen. ABER: es muss eine Sorte sein. Die Partymischungen sind böse, weil ich dann von jeder Sorte eins essen muss. :D

Seit letzter Woche setze ich mich jetzt zusätzlich langsam mit den Inhaltsstoffen der Lebensmittel auseinander. Versorge ich mich mit genügend Calcium, Proteinen, Kohlenhydraten, Vitaminen und Ballaststoffen? Und das ist wirklich eine Wissenschaft für sich. Die einen sagen das, die anderen was anderes. Dazu also ein andermal mehr, wenn ich da mehr durchgestiegen bin.

29.4.13 15:41, kommentieren

Die ersten 6 Wochen

So, nachdem ich also von der 52-Wochen-Challenge geschrieben habe, nun ein kurzer Zwischenstand der ersten 6 Wochen.


Denn ich befinde mich bereits in Woche 7.


Die Challenge bringt für mich einen großen Vorteil mit: sie macht mich wirklich wesentlich entspannter. In den ersten 5 Wochen habe ich 4,9 kg abgenommen. Bin also knapp in meinem Rahmen von 1 kg/Woche geblieben.


Letzte Woche, also in Woche 6 hatte ich aber meine Periode und habe 0 Gramm abgenommen. Aber ich weiß auch, dass ich (wie viele andere Frauen auch) währenddessen sehr viel Wasser einlagere. Es hat mich also nicht aus der Bahn geworfen. Ich habe noch so viele Wochen vor mir, in denen ich meinen Durchschnitt wieder auf 1kg/Woche heben kann.
Plus: Ich bin gespannt, was der nächste Wiegetag am Freitag bringt. Denn dann ist das Wasser wieder raus und ich zusätzlich bin ich immer in meinen Punkten geblieben.


Wenn ich so auf die ersten 6 Wochen zurück gucke, merke ich, dass ich immer noch sehr in einer Warteposition bin. Alleine die Entscheidung getroffen zu haben, führt noch nicht zu einer veränderten Haltung mir selbst gegenüber.


Ich nehme mir die letzten Jahre immer noch übel. Ich erschrecke mich vor dem, was ich im Spiegel sehe. Mehr noch: Ich schaue das erste Mal seit sehr langer Zeit wirklich hin. Die Realität trifft mich immer wieder wie ein Vorschlaghammer. Und ich glaube, das ist auch gut so. Es war an der Zeit, wirklich hin zu gucken.


Und noch hat sich kein Stolz über die bisherige Leistung eingestellt. Ich nehme es auch noch nicht als solche wahr. Es pusht mich noch nicht so sehr, dass ich mit mehr Selbstvertrauen durch die Gegend laufe und mir Dinge zutraue, die ich mich vorher nicht getraut habe. Aber das ist ok. Ich weiß, dass es ab irgendeinem Punkt kommen wird.
Und ich schaffe im Moment nicht mehr oder weniger als vorher. Ich müsste mehr schaffen. Ich müsste mich um einige Dinge kümmern. Aber wenn ich merke, dass da der Druck zu groß wird, mache ich mir bewusst, dass ich das in den letzten Jahren auch nicht konnte. Dass ich mich in einer Sackgasse befunden habe. Also übe ich mich ein wenig in Nachsichtigkeit und sage mir, dass ich jetzt wenigstens auf dem richtigen Weg bin.

Die Dinge werden sich ändern. Schritt für Schritt.

29.4.13 14:55, kommentieren

Die 52-Wochen-Challenge

Als kurze Einführung: Wie schon in meinem Profil zu lesen, trage ich viel mehr Gewicht mit mir rum, als ich brauche und auch als ich (er-)tragen kann.

Nun. Ich habe angefangen, das zu ändern. Und ich habe mir selbst eine 52-Wochen-Challenge auferlegt.


Meine Challenge: 52 Wochen mein Bestes geben. 52 Wochen auf meine Ernährung achten und meine Bedürfnisse. 52 Wochen positiv bleiben und Geduld beweisen. 52 Wochen, um mich mit mir und meinen Mustern, mit meinem Binge-Eating und meinen inneren Dämonen auseinander zu setzen.


Vor 7 Wochen habe ich mit Weight Watchers begonnen. Nun kann man über WW streiten. Man kann es aber auch lassen


Angefangen hatte ich ohne die Challenge. Ich war an einem Punkt, an dem es so einfach nicht mehr weiter gehen konnte. Ich war zutiefst unglücklich. Gesundheitlich hat mein Körper die Alarmstufe rot eingeläutet. Ich wog 135,7 kg. Ich konnte kaum noch eine Treppe gehen, ohne das Gefühl zu haben, dass mir der Kopf platzt. Aufstehen, gehen, alles war anstrengend. Und dazu kam das Gefühl von Wertlosigkeit. Ich traute mir nichts mehr zu. Verbrachte viele Tage in einer Art Schockstarre.


Anfang März habe ich mich dann bei WW online angemeldet. Vor ungefähr 7 Jahren hatte ich damit schon einmal 25 kg in kürzester Zeit abgenommen. Also dachte ich, ok, das funktioniert. Da kennst du dich aus. Das liegt dir. Ich wollte Erfolge sehen und zwar schnell. Ich wollte, dass ich sich alles ändert und zwar am liebsten sofort.

Als müsste ich nur eine Entscheidung treffen und wäre damit schon am Ziel.

Tja.

Nur ging es dieses mal nicht schnell. Mit dem neuen System bei WW hatte sich einiges geändert.

1 kg in der ersten Woche.

1 kg in der nächsten Woche. Und ich war geschockt. War kurz davor, direkt wieder aufzugeben. Ich wollte schließlich Ergebnisse sehen. Und 1 verdammtes Kilo war mir nun wirklich nicht genug.

2 kg bei knappen 136? Das fühlt sich wirklich an, wie ein Tropfen Wasser auf einem heißen Stein. Unsinnig, überflüssig, der Mühe nicht wert. Bei einem Kilo springt mein Belohnungssytem im Hirn nicht an.

Ich saß also hier und ging in mich und versuchte raus zu finden, was ich sonst tun könnte.

Und nun ist es ja so, dass um so älter man wird, desto schneller scheint die Zeit vorbei zu fliegen. 1 Jahr kommt mir mittlerweile unglaublich kurz vor. Kaum ist Weihnachten vorbei, kommen ein paar Wochen Sommer und schon steht das nächste Weihnachten vor der Tür. 1 Jahr sind 52 Wochen. Wenn ich es also schaffen würde, 52 Wochen so durchzuhalten wie die ersten beiden, wären das theoretisch 52 kg. Und das ist nun wirklich mal ein Ergebnis!

Ok, 52 Wochen also. 52 Wochen, in denen ich mich auf mich konzentriere.


Das ist also meine 52-Wochen-Challenge.


Ich denke, das ist ein guter Weg für mich. Denn ich neige dazu, Dinge mit viel Enthusiasmus zu beginnen und sehr schnell wieder aufzugeben.

In 52 Wochen lässt sich viel lernen. In 52 Wochen können sich Körper und Psyche auf neue Muster einspielen. Gewohnheiten verändern sich nachhaltiger.

Plus, dass langsames Abnehmen nun wirklich auch die gesündeste Wahl ist.


Ich bin gespannt, was alles passiert

29.4.13 14:23, kommentieren



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