reflections

Woche 11

Hier ist es also. Das erste Tief. Ich habe das erste mal nicht abgenommen oder mein Gewicht gehalten. Zugenommen hab ich. Nicht viel. Aber zugenommen. 400 Gramm.
Ich denke, ich weiß auch, woran es lag. Nachdem ich die 10-Kilo-Grenze geknackt hatte, ging es nur noch ums Abnehmen. Ich hatte Blut geleckt und wollte mehr. Ich wollte, dass es jetzt ganz schnelle geht. Ich bin ungeduldig geworden und hab mich dabei gleichzeitig aus dem Blick verloren.
Ich habe beim Aufschreiben der Punkte geschludert. Ganz unter dem Motto "Ich weiß schon, wie viel ich essen kann". Und habe nicht gut für mich gesorgt. Ich habe viel zu wenig frisches Gemüse gegessen. Und ich kann bei keinem der Tage mit Sicherheit sagen, ob ich genug getrunken habe oder genug gute Fette zu mir genommen hab.
Ich habe auch meinen Wochenplan komplett aus dem Blick verloren und kaum das gekocht, was ich eigentlich kochen wollte. Und plötzlich den totalen Hunger auf große Mengen Nudeln.

Jetzt wird sich zeigen, wie ernst mir das Ganze wirklich ist. Denn mit Scheitern konnte ich noch nie gut umgehen. Gar nicht gut.
Dann kommen so bescheuerte Sachen wie "sich mal was gönnen zum Trost" und so. Und ich mache mich fertig. Da bin ich richtig gut drin. "Kein Wunder...", "Is ja immer so..." "Du machst dich ja nur lächerlich", "Sei froh, dass du es so wenig Leuten erzählt hast, dann wirds auch nicht so peinlich, wenn du das jetzt alles wieder zunimmst".
Das wären jetzt so ein paar klassische Sätze.
Aber ich will das alles ja eben nicht wie immer machen.
Was habe ich davon, wenn ich mich jetzt auch noch fertig mache?

Was also könnte ich mir sagen, wenn ich mit einem milden Blick auf mich und die letzte Woche schaue?
Es ist nicht das Ende der Welt sondern 400 Gramm.
Heut ist der Anfang einer neuen Woche. Die letzte Woche liegt hinter dir und ist nicht mehr relevant. Ja, vielleicht ist es das.
Die vergangenen Wochen einfach hinter sich lassen. Und jeder neuen Woche wieder frisch und unbelastet zu begegnen.
Ich kann die letzte Woche nicht mehr ändern. Sie ist vorbei.
Sie hat mich im besten Falle etwas gelehrt.
Aber auch wenn nicht. Die neue Woche hat begonnen. Punkt. Nach vorne schauen und nicht zurück.
Manchmal denke ich, ein wenig Zen-Buddhismus würde mir ganz gut tun. Ein wenig mehr Milde mit mir selbst. Ein wenig mehr im Jetzt als in Vergangenheit und Zukunft. Denn nur im Jetzt kann ich handeln.
(Klingen tut das ja gut. Jetzt müsste ich nur noch ein wirkliches Gefühl dazu entwickeln...)

31.5.13 11:36

Letzte Einträge: Woche 13, Nachträge, Oh, die Hormone, Vergesslichkeit, Himmel..., Woche XY

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